Mülltrennung. Nun auch bei uns.

Mülleimer
Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Das Ratsgymnasium hat jetzt die konsequente Mülltrennung in allen Klassen und Schulräumen eingeführt und damit die Ideen der Umwelt-AG nach einer eineinhalbjährigen Vorbereitungsphase in die Tat umgesetzt.

Drei Abfalleimer in jeden Klassenraum und fertig ist die Mülltrennung? Weit gefehlt. Um Müll zu trennen, bedarf es – zumindest in einer Schule – offensichtlich wesentlich umfangreicherer Vorbereitungen als man gemeinhin annehmen mag. Das mussten auch Schüler und Lehrer der Umwelt-AG am Ratsgymnasium feststellen. Zwar geht ohne die drei Eimer für die drei Müllsorten Verpackungs, Papier- und Restmüll selbstredend nichts, wenn man Müll sinnvoll trennen will, bedacht werden müssen aber auch zum Beispiel die acht Minuten, die den Reinigungskräften für die Säuberung eines Klassenraumes zur Verfügung stehen. 

Stühle hoch

Bei dieser engen Taktung macht es offensichtlich einen nicht zu unterschätzenden Unterschied, ob ein Mülleimer in einen Sack entleert werden muss, oder drei Mülleimer in drei verschiedene Säcke. Also bedurfte es erst einmal des Gesprächs mit Stadtverwaltung und Reinigungsleuten. Und schon riss der erste Dominostein einen weiteren um, denn um die Mülltrennung realisieren zu können, musste Zeit an anderer Stelle eingespart werden – zum Beispiel beim Hochstellen der Stühle nach Unterrichtsschluss. Das ist zwar eigentlich jetzt schon Pflicht, wird aber manchmal ein bisschen lax gehandhabt. Damit ist nun Schluss, denn jetzt liegen in jedem Klassenraum Kontrollbögen aus, mit denen festgehalten wird, dass die Räume von den Schülern so zurückgelassen werden, dass die Reinigungskräfte keine Zeit für ihnen eigentlich nicht zuzuordnende Arbeiten aufbringen müssen, die ihnen letztendlich für die Müllentsorgung fehlen würde. 

6,4 Tonnen CO2-Einsparung

Beim Blick auf diese vom Laien vielleicht als Kleinigkeiten eingestuften Schritte hin zu einer funktionierenden Mülltrennung wird deutlich, warum die Vorbereitungszeit bis zum Startschuss durch Schulleiter Lothar Wehleit mit eineinhalb Jahren zu Buche schlägt. Zudem war ja auch noch einiges anderes abzuarbeiten, bevor die Mülltrennung, die am Rats immerhin eine CO2-Einsparung von jährlich 6,4 Tonnen einbringen soll, an den Start gehen konnte. Dazu gehört unter anderem auch die Suche nach Sponsoren, die das bislang 4000 Euro teure Projekt fördern. Einer davon ist der Osnabrücker Servicebetrieb, der die Anschaffung der Mülleimer unterstützte. 

Es geht um die Umwelt

Reichlich Arbeit also für die Schüler und die Projektkoordinatoren Guido Vagedes und Ansgar Koch. Vor allem der Evaluation des Projekts hat die Gruppe eine große Bedeutung beigemessen. „Ein erster Versuch der Mülltrennung vor ein paar Jahren hat nicht wirklich funktioniert“, erinnert sich Vagedes. Der neue Anlauf soll nachhaltiger sein. Vor allem wollen die AG-Schüler in den Köpfen ihrer Mitschüler verankern, dass es nicht um die Ordnung in der Schule geht, sondern vielmehr um die Umwelt als Ganzes. Sie wollen erreichen, dass die Schüler die Mülltrennung zuhause ebenso ernst nehmen wie in der Schule. Und um dem Projekt noch ein wenig mehr Nachdruck zu verleihen, werden in jeder Klasse Umweltbeauftragte gewählt, die das Verhalten ihrer Kollegen im Auge haben und eventuelles Fehlverhalten ansprechen. „Nach einem Jahr werden wir uns mit der Schülervertretung (SV) und den Mitgliedern der AG zusammensetzen, um zu sehen, was gut läuft oder wo wir noch nachbessern müssen“, sagen die SV-Sprecher Christoph Ellrich und Henri Wohlschläger.

Und eine offizielle Anerkennung ihrer Bemühungen konnten die Ratsschüler auch schon einfahren: Beim Wettbewerb „Klimastadt Osnabrück“ der Lokalen Agenda 21 sicherten sich die Schüler in der Altersklasse der Jugendlichen den ersten Platz.

 

Quelle: NOZ, https://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/903860/osnabruecker-ratsschueler-trennen-was-nicht-zusammengehoert#gallery&0&3&903860